Irgendwann ist es fast bei jedem Segler und jeder Seglerin soweit: der Wunsch nach einer Atlantiküberquerung!
Bei uns war es 2011/12 der Fall. Das unstillbare Verlangen nach dieser speziellen Erfahrung...
Viele
Fragen tauchen dabei auf:
- Wie wird das sein - 3 Wochen auf See?
- Wie wird es mir gehen?
- Wie plant man das?
- Wie verproviantiert man das Boot?
- Wie kommt man zu Wetterdaten?
- Wie bereitet man das Boot vor?
- Wie bereite ich mich als Crew vor?
- Was passiert wenn ich krank werde?
- Wie kann ich mit meiner Familie kommunizieren?
- Usw, usw.....
Letztendlich fiel bei uns die Entscheidung, dass Roman bei der Etappe Kanaren - Kapverden - Karibik alleine teilnimmt und Doris mit unseren beiden (damals noch jugendlichen) Kindern in die Karibik nachkommt, um als Familie dort Zeit gemeinsam unter Segel genießen zu können. Schließlich ein Kompromiss, den man als Eltern ja immer wieder eingehen muss im Leben!
Die Atlantiküberquerung fand auf einer
Reinke mit 11m statt, eine
Aluminium-Segelyacht, welche der damalige Schiffseigner selbst gebaut hatte und welche vor allem in sicherheitsrelevanten Themen sehr gut ausgestattet war. Die
Crew bestand aus 4 Personen - dem Skipper, Roman und zwei weiteren Männern als Crew. Bordsprache war Englisch. Es wurde ein genauer
Wacheplan erstellt, in welchem die Zeiten für Dienst und alternativ Freiwache eingeteilt wurden. Die erste Etappe von den Kanarischen Inseln zu den Kapverden war die Anstrengenste. Welle und Wind von querab verursachten starke, unangenehme
Schiffsbewegungen, auf welche der menschliche Körper zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht eingestellt war. Die Zeit für
Regeneration auf den Kapverden war daher bitter nötig! Mit Wind von hinten Richtung Karibik ging es dann besser. Eine technische
Herausforderung war der Bruch der Windsteueranlage, welcher das Reparieren außen am Heck auf hoher See notwendig machte. Eine akrobatische Meisterleistung mit der Erkenntnis, dass
körperliche Fitness an Bord absolut gegeben sein muss!!!
2018 folgte eine weitere, teilweise Überquerung des Atlantiks - diesmal endlich gemeinsam!
Im Rahmen einer Bootsüberstellung von der Ostsee bis nach Südspanien entschieden wir gemeinsam mit den Schiffseignern, welche bei dieser Überstellung ebenfalls mit an Bord waren, die
Azoren zu besuchen. Schließlich war das Boot, eine
Malö 40, dafür bestens geeignet und mit 4 Personen an Bord konnten wir einen guten Wacheplan erstellen.
In der Zeit der
Perseiden-Sternschnuppen mitten am Atlantik zu segeln hat einen tiefen Eindruck in uns hinterlassen!